Sag mal, ist da noch ein Platz frei zwischen den Stühlen?...

29.11.16

Welche Methode ist für mich und meinen Körper die Richtige um abzunehmen?
Gibt es eine Möglichkeit, herauszufinden wie ich am besten abnehmen kann, ohne dass ich 300 Diäten durchprobieren muss? Ain't nobody got time for that!

Es gibt doppelt so viele Meinungen zu Diäten und Ernährung, wie es Menschen auf der Erde gibt. Mindestens! Wem soll man da noch glauben? Woher soll man wissen, ob die Methode die Herrn Mustermann so wunderbar geholfen hat auch bei einem selbst funkioniert? Es gibt tatsächlich Leute, die durch Low Fat unheimlich gut abnehmen. Bei mir war nach 3 Monaten und 10kg Schluss. Als wäre mein Körper immun dagegen geworden. Wie oft will ich so eine Niederlage noch mitmachen, bevor ich endgültig aufgebe? Ich hab schon so viel probiert. Ich will endlich wissen, was das Richtige für mich ist. Aber wie und woher?

Heute kam mal wieder das Thema Low Carb auf den Tisch.
Es würde ja so super funktionieren und wäre so einfach! Bei Hinz und Kunz hat es funktioniert, idiotensicheres System! Man kommt sich beim Zuhören vor wie in einer Werbesendung. Eine Garantie gibt es natürlich nicht. Die Atkins-Diät hab ich schonmal ausprobiert. Allerdings war ich da noch sehr jung. So jung, dass meine Mama das Ganze leitete und ich mich heute nicht mehr erinnern kann wie groß der Erfolg damals war. Meine grausigste Erinnerung daran sind Oopsies. Das ist alles was im Gedächtnis hängen blieb.

Natürlich klingt es im ersten Moment verführerisch so viel Fett essen zu dürfen. Und auch der Cheatday, der irgendwie anders hieß, wurde mir schmackhaft gemacht. Aber geht das auf Dauer? Passt das in meinen Alltag? Komme ich damit zurecht? Kann ich mich in die Materie einfinden um auch versteckte Kohlehydrate zu finden? Fragen über fragen.

Ich müsste alles wieder komplett umstellen und von vorn anfangen. Das wirft nicht nur meinen bisherigen Essensplan ziemlich durcheinander (ich esse immer noch sehr fettarm), sondern auch den meines Freundes zum Beispiel. Ganz zu schweigen von Weihnachten im Allgemeinen.

...Es ist Platz genug, sich fehl am Platz zu fühlen.

Zwischenstand

27.11.16

Die erste Woche ist zu Ende und auch wenn ich noch ganz am Anfang bin, hatte ich die ersten Erkenntnisse.

Kalorien zählen ist nicht einfach. Vor allem, wenn man wie ich mittags in einer Mensa isst in der man das, was auf den Teller kommt, nicht selbst in der Hand hat. Klar kann ich alle Kaloriengehalte der Lebensmittel ergoogeln, aber ich weiß nicht wie viel da auf meinem Teller liegt und wie es gekocht oder gebraten wurde. Das Einzige worüber ich da die Kontrolle habe ist, dass ich an den "Diät"-Schalter gehen kann, wo laut der Küche schon kalorienarm gekocht wird. Ob das wirklich so ist und vor allem wie kalorienarm das Ganze ist, kann ich natürlich nicht genau sagen.

Obst und Gemüse in den Alltag einbauen ist gar nicht sooo schwer. Ich bin ein kleiner Frühstücksmuffel. Ich stehe jeden Tag um 6 auf und frühstücke erst um 9, wenn ich schon lange in der Schule bin. Da dann meistens ein Brötchen mit Belag. Ich habe mich ein bisschen vor mir selbst erschrocken, als ich morgens um 7 schon einen Apfel und eine Banane intus hatte. Um die Uhrzeit? Und dann auch noch Obst? Wer bin ich?
Karotten habe ich diese Woche auch Unmengen gegessen, das hört man ja öfter als Tipp. Wenn man Appetit hat, dann eine Karotte essen - man hat ordentlich zu kauen und gesund ist es auch noch. Funktioniert soweit ganz gut, aber früher oder später werden mir die Möhren zum Hals raus hängen, also muss ich auch da noch etwas Abwechslung reinbringen.

Die erste Herausforderung war auch schon da. Mitgehen zum Geburtstagsessen - im Dönerladen. Ich hab mich dann für einen Dönerteller entschieden (ohne Fladenbrot), habe Pommes und Reis weggelassen und gesagt, dass ich stattdessen mehr Salat/Gemüse haben möchte. Also letztenendes nur Fleisch und Salat. Ich glaube, das war eine gute Alternative und geschmeckt hat es so oder so.

Woran ich dringend noch arbeiten muss - das Wochenende.
Es müssen dringend kalorienarme Rezepte her und der Süßkram muss weg. Schwierig, wenn man mit dem Partner zusammenwohnt und der Süßkram essen kann wie er lustig ist, ohne dass es direkt ansetzt.

Die ersten Tage an denen ich einfach nur immer, die ganze Zeit, in jeder Sekunde Hunger hatte waren auch schon da. Einerseits gut, ich merke, dass da was passiert in meinem Körper. Andererseits auch echt hart und verdammt unangenehm. Ich hoffe, das geht schnell vorbei und mein Körper gewöhnt sich einfach daran, etwas weniger zu bekommen als sonst.

Auch beim Sport hat sich das Ganze schon bemerkbar gemacht. Ich hatte weniger Energie und Kraft als beim letzten Mal. Klar, wenn ich meinem Körper weniger Energie zuführe. Das hat mich natürlich genervt, aber ich denke, das pendelt sich noch ein. Aber dieses "Mit jedem Mal wird es einfacher" beim Sport und diese "Ich fühle mich danach jedes mal super!"-Menschen... Nein, einfach nur nein. Es wird nicht einfacher und ich möchte jedes Mal danach einfach nur sterben. Oder sagen wir, mich hinlegen, auf den Boden und für immer dort liegen bleiben. An diese Mythen glaube ich also noch lange nicht.

Kann mir mal jemand das Wasser reichen?

22.11.16

Das mit den Getränken ist so eine Sache. Wie vorher schon erwähnt, war ich noch nie ein Wasser-Trinker und werde es vermutlich auch nie sein. Also bin ich auf der Suche nach kalorienarmen Alternativen. Bisher erfolglos.

Ich habe noch keinen Tee gefunden, der mir auch kalt noch schmeckt. Und selbst den müsste ich ja noch süßen. Vitaminbrausetabletten wären eine gute Idee, dachte ich, bis ich zwei Sorten probiert habe und die einen üblen Nachgeschmack hatten. Also weiterprobieren, aber was machen mit denen, die nicht schmecken? Es gibt ja auch Wasser mit Geschmack, aber die schmecken alle so künstlich. Und selbst unter denen findet man echte Kalorienbomben. Dann gäbe es da noch die "light" Softdrinks und für alles was man süßen müsste Süßstoff.

Aber da sind wir beim nächsten Problem - Süßstoff.
Den hab ich mir vor langem einmal abgewöhnt. Ich habe jahrelang light Produkte mit Süßstoff getrunken, schließlich haben die keine Kalorien. Ursprünglich wurde Süßstoff aber in der Schweinemast eingesetzt, um Schweine fett zu machen bevor man sie schlachtet. Und genau diesen Effekt hat es auch beim Menschen. Es gaukelt dem Körper etwas vor, nämlich, dass er Zucker zu sich nimmt obwohl er das gar nicht wirklich tut. Die Folge davon - Heißhunger.
Also hab ich mir das Ganze abgewöhnt und heute schmecken mir die light Getränke auch gar nicht mehr. Eigentlich will ich mit dem Teufelszeug auch gar nicht wieder anfangen.

Die Alternative?
Ich suche. Ich hab mich noch nie genauer mit Alternativen für Süßstoff auseinandergesetzt, ich bin einfach wieder auf normalen Zucker umgestiegen. Nach einigem Googlen und Abnehmblogsgestöber kam ich auf Xucker bzw Xucker light. Sogar vom weniger schlimmen Süßungsmittel gibt es noch eine Lightversion. Klingt ganz verlockend, trotzdem bin ich skeptisch.
Schmeckt das? Lohnt es sich, so viel dafür zu bezahlen? Komme ich mit der Dosierung zurecht?

Stevia hab ich natürlich auch probiert als es auf den Markt kam. Aber auch das war geschmacklich eher so naja und ging doch ganz schön ins Geld. Das ist allerdings schon Jahre her, ich müsste mich nochmal schlau machen, wie es heute aussieht. Ich glaube auch damals nur gestrecktes Stevia probiert zu haben und davon braucht es unheimliche Mengen, um etwas zu süßen. Ein Schuss in den Ofen.

Und so sitze ich hier, mit meiner Tasse Tee in der sich zwei Süßstofftabletten befinden und er schmeckt mir nicht. Daneben die Flasche Wasser, mit einer Brausetablette und auch das schmeckt mir nicht. So macht Trinken keinen Spaß.

Falls ihr noch Ideen oder Tipps habt, falls ihr als Nicht-Wasser-Trinker einen Weg gefunden habt, dann würde ich mich freuen wenn ihr mir eure Erfahrungen da lasst. Vielleicht finde ich da den "heiligen Gral".

Wieso, weshalb, warum?

20.11.16

Wo liegt das Problem?
Das Problem gibt es nicht, es sind so viele. Zu viele. Wo soll ich anfangen?

Körperlich gesehen..
Da wäre die Schilddrüsenunterfunktion. Zitat der Ärztin: "Ihr Stoffwechsel ist ausgeschalten. Sie brauchen das Essen nur anzusehen und werden dick." Na danke auch.. die Diagnose kam zu spät. Natürlich nehme ich jetzt schon lange Zeit Tabletten, aber die wirken auch keine Wunder.
Von der Veranlagung will ich gar nicht erst anfangen. Dann wären da noch die anderen Medikamente die ich nehme, die laut Ärzten Heißhunger verursachen und allgemein zur Gewichtszunahme führen. Die hab ich doch von allein schon genug.. Zum Schluss sind da noch Lymph- und Lipödeme, die mir das Leben und das Abnehmen schwer machen.

Psychisch gesehen..
Naja was soll ich sagen. Ich bin Frustesser und Gefühlsesser und Wutesser - nennt es wie ihr wollt. Ich verarbeite alles durch Essen. Meistens schlechte Gefühle und von denen gibt es leider zu viele. Die Essstörung wurde schon diagnostiziert, aber so einfach zu heilen ist die auch nicht. Sie steht mir beim Abnehmen noch zusätzlich im Weg. Manchmal hab ich einfach keine Kontrolle. Und irgendwann einmal, vor mehr als zehn Jahren, kam die Depression, damit die Trauer und damit noch mehr Frustessen. And here we are.

Vom Fett bin ich weg, so weit so gut. Ich esse nicht fettig, nie. Ich habe meinem Körper das fettige Essen abgewöhnt und wenn ich heute etwas esse, was viel Fett enthält, wird mir auf der Stelle kotzübel und ich bekomme die Bauchschmerzen des Todes. (Ich gehe hier nicht weiter ins Detail..) Mein Körper weiß einfach nicht mehr mit Fett umzugehen und das ist gut so. Dadurch, dass ich weiß was mir blüht wenn ich zu viel Fett esse und ich davor eine heiden Angst habe, hab ich kein Verlangen danach etwas in der Art zu essen. Fast Food? Pommes? Chips? Mir egal.

Meine Probleme liegen wo anders:
Getränke und Gummibärchen. Vor Allem Zucker, im Allgemeinen.

In den ersten Monaten der low fat "Diät" habe ich mir einen halben Liter Fruchtsaft (möglichst 100%igen ohne Zuckerzusatz) mit einem halben Liter Wasser gemischt und das war gut so. Dazu bin ich mittlerweile zu faul. Fragt mich nicht warum, es ist mir zu viel Aufwand, zu teuer und zu umständlich. Also landete ich wieder bei den Softdrinks, wo 1,5 Liter nur rund 40 Cent kosten. Schmecken tut's ja auch und das Koffein darin kommt mir gerade recht. Ich war noch nie ein Wassertrinker und werde es wohl auch nie sein. Es schmeckt mir einfach nicht und ich neige dazu, wenn nur Getränke da sind die mir nicht schmecken, einfach nichts zu trinken. Sehr lange nichts zu trinken. Das wurde mir schon öfter zum Verhängnis.
Und die Gummibärchen.. In der Zeit in der ich die 10 Kilo abgenommen habe, habe ich viele Gummibärchen gegessen und war begeistert davon, dass ich trotzdem so schnell abgenommen habe. Ich aß low fat und Gummibärchen haben schließlich kein Fett, was soll schon passieren?

Die Quittung dafür hab ich jetzt.
Ich esse immer noch Gummibärchen, viel zu viel. Und das nicht vorhandene Fett ist ja egal, es sind Kiloweise Zucker, Kohlehydrate und dadurch Kalorien die darin stecken. Davon los komme ich nicht und je mehr ich darüber nachdenke umso mehr wird mir klar, dass ich offensichtlich in einer (Zucker-)Sucht stecke.

low high, high low - fat carb sugar?

19.11.16

Das leidige Thema: Abnehmen, das Gewicht, die Figur, die Diät, Ernährung im großen und ganzen, die Welt dreht sich um nichts anderes. Und wenn ich ganz ehrlich bin, euch gegenüber und auch zu mit selbst, dann geht mir das alles mächtig auf den Keks. Ich kann es nicht mehr hören, ich möchte mich am liebsten vergraben und mir die Augen und die Ohren gleichzeitig zuhalten.
Aber ich kann nicht.

Es ist einfach immer da, überall. Besonders, wenn man sich wie ich häufig im Internet herumtreibt und genügend Leute kennt, die Probleme mit ihrem Gewicht haben. In beide Richtungen. Mich selbst kann ich am allerwenigsten aus dem Thema raushalten. Ich bin viel, viel zu viel Mensch. Zu viel Masse. Ich muss dringend abnehmen, aber wie? Diese Frage stellt sich schon mein Leben lang.

Seit ich denken kann habe ich Probleme mit meinem Gewicht, massive Probleme. Wir reden hier nicht von 10, 20, 30 Kilo. Es ist viel mehr. Und nicht nur mein Körper macht mir einige Striche durch die Rechnung, sondern auch meine Psyche. Schon immer. Bisher hab ich es nie dauerhaft geschafft, mich gegen beide durchzusetzen.

Wieso geht es gerade mir so? Wieso kann ich nicht wie andere essen ohne Ende, ohne zuzunehmen? Wieso bin ich nicht sportlich? Wieso wurden mir keine guten Gene in die Wiege gelegt? Ein guter Stoffwechsel und eine Leidenschaft für Bewegung? Wer hat entschieden, dass ich werde wie ich bin? Wie oft erschien mir das in den letzten Jahren, Jahrzehnten, als unfair? Ich finde es immer noch unfair und wenn ich das schreibe höre ich das kleine, trotzige Kind in mir das neidisch auf das ist, was es nicht hat.

Natürlich weiß ich aber auch, dass ich damit nicht allein bin. Viele Menschen haben die gleichen Probleme. Manche schaffen es dagegen anzukommen, andere nicht. Und die die es schaffen, machen mir Mut. Wenn sie es können, kann ich es auch?

Aber wie? Welche Methode ist die Richtige für mich und wie finde ich das heraus? Kann ich Hilfe in Anspruch nehmen? Will ich Hilfe oder fühle ich mich dann unter Druck gesetzt? Fragen über Fragen.

Seit Beginn des Jahres ernähre ich mich fettarm. Oder wie man sagen würde "low fat", also nicht mehr als 30 Gramm Fett pro Tag, was wirklich wenig ist. Und anfangs hat das auch ganz gut geklappt, so waren in 3 Monaten immerhin 10 Kilo weg. Kein schlechter Erfolg und sichtbar war es anscheinend auch schon, wurde ich doch mehrmals darauf angesprochen ob ich abgenommen hätte.

Aber dann war der Traum wieder vorbei und die Blase geplatzt, als sich mein Körper an all das gewöhnte und mein Gewicht einfach auf der Stelle stehen blieb. Ich verlor die Lust und wog mich nicht mehr. Ich merke auch so, dass nichts mehr passiert.
Bis heute ernähre ich mich immer noch low fat, aber bestimmt sind einige Kilos schon wieder drauf.

Wer sich ein Bisschen mit Ernährung auskennt, der weiß, dass es neben low fat auch high fat gibt und das berühmte low carb. Aber woher soll ich wissen, was für mich und meinen Körper das Richtige ist? Ich habe nicht die Kraft, eins nach dem anderen auszuprobieren, mich immer wieder umzustellen und von vorn anzufangen.

Letzte Woche hab ich mir in den Kopf gesetzt, mich zu informieren. Einen Termin zu machen, in einer Klinik die auf Adipositas spezialisiert ist. Am Montag würde ich anrufen und einfach mal nachfragen, so der Plan.

Getan hab ich es natürlich nicht. Ich hätte nicht erwartet, dass mich das so viel Überwindung kostet, immerhin hab ich schon so einige Kuren und Gedöns hinter mir. Aber das Eingeständnis, das ich dabei machen muss, ist einfach so groß.

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