Abwarten und Tee trinken

25.4.17

Am Montag war ich beim Arzt, endlich. Soll heißen, bei einem der mich auch direkt behandeln will. Das eine Mal wurde ich direkt abgelehnt, das andere Mal bekam ich erst einen Termin Ende Juni. Aber am Montag war ich dann direkt dran!

Die Ablehnung der ersten Ärztin war übrigens wunderbar.
Die Schilddrüse überprüft man ja nur ein Mal im Jahr und ich war doch erst im September.
Ich habe aber jetzt Symptome du ...!!

Naja. Jedenfalls darf ich am Donnerstag zur Blutentnahme kommen. Ein normales Blutbild, aber mit besonderem Augenmerk auf die Schilddrüse, den Eisenwert und wegen einer möglichen Insulinresistenz wird auch noch nachgeschaut. Ich bin schon sehr gespannt.

Was mir allerdings Angst macht ist, wenn da nichts gefunden wird, was dann? Woran liegt es dann? Oder hat sich der Zustand inzwischen einfach von allein wieder gebessert? Kann es sein, dass die Low Carb Ernährung mein System dermaßen durcheinander gebracht hat und alles jetzt wieder "funktioniert" seitdem ich "normal" esse? Insgeheim hoffe ich ja sehr, dass sich eine Erklärung für den ganzen Spuk findet.

Aber da wäre noch ein Problem. Ich habe der Ärztin erzählt wie müde ich immer bin. Abnormal müde. Egal ob ich 7, 8, 9 oder 10 Stunden schlafe, ich bin immer irre müde. Ihre Vermutung: ich könnte nachts aufhören zu atmen, was meine Schlafphasen derart stört, dass an Erholung nicht zu denken ist. Schlafapnoe. Das gibt mir ja zu denken. Ich hatte gestern richtig Angst beim Einschlafen. Was, wenn ich nicht mehr aufwache? Einfach ersticke? Klar, hätte sie den Gedanken nicht geäußert, hätte ich nie davon gewusst und es steht ja auch noch nicht fest, aber trotzdem.

Deswegen hab ich auch direkt noch einen Termin bei einem Lungenfacharzt bekommen und soll über Nacht ein Gerät tragen, was mich und meine Atmung überwachen soll. Und dann wissen wir mehr.

Schritt, für Schritt, für Schritt..

28.3.17

Ich sag einfach mal wie's ist: ich weiß nicht, wie ich in diesen Post starten soll.

Wie im letzten schon gesagt, hatte ich heute den Arzttermin und der war eigentlich recht positiv. Da es um meine Hormone ging war ich bei einer Frauenärztin, die auch laut ihrer Website eine Hormonanalyse anbietet. Sie hat mich ernst genommen, sich meine Geschichte angehört und mir alle Lösungsmöglichkeiten angeboten die ihr einfielen.

Wir kamen zu folgendem Schluss:

Ich muss schnellstmöglich meine Schilddrüse überprüfen lassen. Dass eine Unterfunktion besteht ist klar, jedoch könnten sich meine Werte wieder geändert haben. Alle Symptome würden auch auf ein Problem mit der Schilddrüse zutreffen.

Sollte sich das nicht bewahrheiten muss ich einen Diabetologen aufsuchen. Ich habe kein Diabetes, es könnte aber möglich sein, dass ich eine Insulinresistenz habe, die mich am Abnehmen hindert. Das wäre aber leicht zu behandeln.

Sollte es auch danach noch kein Ergebnis geben, könnte man eine Hormonanalyse durchführen. Das ist aber der letzte Schritt. Das dauert nämlich (für mich) am längsten und ist auch am aufwendigsten, da ich 4-6 Wochen meine Antibabypille absetzen müsste.

Zuletzt erinnerte sie mich nochmal daran, dass auch alle Medikamente die ich sonst so nehme eine Abnahme eher behindern. Daran könnte man aber nichts rütteln, ich müsse sie ja schließlich nehmen.

Was heißt das für mich?

Auf der einen Schulter sitzt das Teufelchen..
"Dir steht zu viel im Weg. Hast du die Kraft dafür? Trotzdem zu kämpfen? Durchzuhalten? Es wäre viel leichter alles so zu lassen wie es ist." Wenn ich daran denke, was mir da alles im Weg steht, verliere ich auch den Mut. Wieso kann es bei mir nicht so leicht sein wie bei anderen? Wieso funktioniert meine Schilddrüse nicht richtig? Wieso ist mein Stoffwechsel so mies? Wieso muss ich diese Medikamente nehmen? Wieso muss ich diese und jene Krankheit haben? Es könnte alles so einfach sein.

Auf der anderen Schulter sitzt das Engelchen..
"Du hast eine neue Chance! Wenn dabei etwas rauskommt kann man dir helfen und dann wird alles viel leichter! Bleib dran, es lohnt sich! Bestimmt wird alles gut." In erster Linine ja. Ich möchte alles versuchen. Alles untersuchen lassen um zu wissen wo das Problem liegt. Und vielleicht wird ja wirklich alles viel leichter und besser und die Problematik löst sich in Luft auf.

Aber was, wenn nicht?

Ich versuche jetzt Schritt für Schritt zu denken.
Meinen Schilddrüsenwert überprüfen zu lassen sollte das Leichteste sein. Das steht ganz oben auf der Liste. Und dann schau ich einfach weiter was passiert.. Vielleicht klärt sich da auch schon alles?

Außerdem denke ich, ich sollte das mit dem Low Carb wieder sein lassen und es (mal wieder) mit Kalorienzählen versuchen. Ich muss mir vielleicht wirklich einfach strikte Essenspläne machen um nicht immer ins Straucheln zu kommen.

Aber das wird sich mit der Zeit zeigen.

Seelenstriptease

14.3.17

Long time no see, aber keine Sorge, ich bin immer noch dabei. Wobei die Betonung hier eindeutig auf "noch" liegt. So langsam fehlt mir nämlich jeglicher Nerv, was das Abnehmen angeht.

Wenn man es denn Abnehmen nennen kann, denn um genau zu sein passiert das ja gar nicht. Egal wie sehr ich mich auch an meinen Ernährungsplan halte, es passiert nichts. Und so langsam vergeht mir die Lust.. Meine Motivation finde ich größten Teils auf Instagram, die typischen Vorher- Nachherbilder, aber von echten Menschen. Mittlerweile frustrieren sie mich mehr, als mich zu motivieren. Ich will genau das auch und eigentlich müsste das auch alles klappen, tut es aber nicht. 

Meine Ernährung hat sich geändert, meine Bewegung hat sich verändert, meine Lebensumstände haben sich geändert, aber am Gewicht ändert sich nichts. Je höher das Ausgangsgewicht umso schneller geht es anfangs abwärts, das wissen wir alle. Bei meinem Gewicht, das jenseits von gut und böse liegt, müssten die ersten Verluste beinahe Ausmaße von "The biggest loser" haben. Aber anscheinend verliere ich nicht mal das anfangs typische Wasser. Nichts. 

Das geht jetzt schon eine Weile so und ich bin am Ende. Ich habe mich auf Twitter darüber ausgelassen und bekam den Tipp mal meine Hormone prüfen zu lassen. Dass meine Schilddrüse nicht richtig arbeitet weiß ich ja schon lange, auch die will ich nochmal checken lassen. Aber um andere Hormone hat sich noch keiner gekümmert. 

Das Problem an der Sache: den Arzt erstmal davon überzeugen, dass es wirklich an etwas liegen muss das schief läuft und dass die Diät nicht einfach nur nicht klappt weil man den ganzen Tag frisst. Das ist bei mir nämlich nicht der Fall, aber wird man mir das glauben? Wird man mich ernst nehmen?

Am 28. März ist der erste Termin und ich bin jetzt schon ungeduldig und aufgeregt. Ein Problem mit den Hormonen ist mein Hoffnungsschimmer, so blöd es klingt. Wenn man dort nichts findet, weiß ich wirklich nicht mehr weiter. 

Ein Update

22.1.17

Gute zwei Wochen läuft das Projekt Low Carb jetzt schon und ich muss sagen, ich bin ganz zufrieden. Unter der Woche läuft alles easy, ich hab mein Standard-Frühstück, mittags in der Mensa ist es ab und zu etwas schwierig, aber auch hier pack ich mir einfach was ein und beim Abendessen hab ich wieder alles selbst in der Hand, wobei ich abends auch immer am wenigsten Hunger habe. Freitag wird immer ein Low Carb Rezept ausgesucht, das zusammen mit dem Freund gekocht wird, Samstag ist mein Auffülltag und Sonntag läuft dann alles wieder von vorn.

Mein Frühstück besteht immer aus Joghurt (1,5%) in den ich einen Apfel schneide und das Ganze dann noch mit flüssigem Süßstoff und Zimt "würze". Damit komm' ich sehr gut zurecht, auch wenn ich gegen Mittag schon wieder mächtig Hunger hab', was ja aber nicht unbedingt als schlecht anzusehen ist.

Außerdem hab' ich meinen Zuckerkonsum komplett eingestellt. Klar, ist immer wieder Zucker in irgendwelchen Produkten drin, aber ich packe selbst nirgendwo mehr Industriezucker rein. Bei fertigen Produkten achte ich natürlich darauf, ob sie Low Carb geeignet sind oder nicht.
Ich dachte, dass sich der Entzug krasser bemerkbar macht, aber tatsächlich hatte ich nur ein bisschen Kopfschmerzen und das wars. Ich hab' auch nicht das Gefühl, dass mir was fehlt.

Es ist auch immer noch ungewohnt und mir ein Rätsel, warum ich abends weniger Hunger habe. Natürlich ist das gut, aber mich würde doch interessieren, wovon sowas abhängig ist.

Das Wiegen war wie erwartet etwas enttäuschend, aber damit habe ich gerechnet. Den Termin für das nächste Mal habe ich vier Wochen später gesetzt, am 8. Februar. Deswegen sitze ich zur Zeit auf heißen Kohlen. In meinen Augen macht sich bei meinem Körper noch nichts bemerkbar, nur die Waage könnte mir sagen, ob ich ansatzweise etwas richtig mache. So tappe ich aber weiter im dunkeln. Und was, wenn ich dann nicht das abgenommen habe, was ich von vier Wochen erwarte? Wenn ich dann enttäuscht bin und das Gefühl habe alles falsch zu machen? Das macht mir jetzt schon Angst.

Weitere Ziele sind trotzdem gesetzt. Ich muss noch mehr Gemüse und mehr Bewegung einbauen. Mein Fitbit motiviert mich ganz gut, immer mehr Schritte am Tag zu schaffen. Das Ziel hier liegt ganz klar bei 10.000 Schritten. Am 19. Januar habe ich schon 9.453 geschafft, so viel wie nie. (Seit ich mein Fitbit habe) Und auch wenn das für einige nach nichts klingt, für mich ist das ganz schön viel. Ich habe keine gesunden Beine und sie schmerzen mir nach so vielen Schritten immer wieder. Trotzdem hab' ich Hoffnung, dass das auch mal besser wird.

Durch Hashtags und Suchbegriffe besteht mein "Entdecken" Instagramfeed nur noch aus Ernährung, vorher/nachher Motivationsbildern und Katzen. Viele dieser Bilder sind auch motivierend und zeigen, was alles möglich ist und dass ich es vielleicht auch schaffen kann. Aber sie machen auch Angst. Klar fällt einem vieles leichter wenn man schlank ist, aber mag ich mich dann noch? Finde ich mich gut, mit so viel überschüssiger, hängender Haut? Ich habe nicht das Geld dazu, alles mit zig Operationen richten zu lassen. Und den Mut dazu hab ich schonmal gar nicht. Was dann?

Allgemein hab' ich viel zu viel Angst.


Neues Jahr, neues Glück

9.1.17

Uff.
Das beschreibt meine aktuelle Einstellung und und Stimmung ganz gut, was die Ernährung und mein Stresslevel angeht. Da sich seit März/April letzten Jahres trotz Low Fat auf der Waage nichts mehr getan hat, dachte ich ja daran auf Low Carb umzusteigen. Nach einem Jahr Low Fat klingt das Ganze mit Wurst und Käse, worauf ich verzichtet habe, auch sehr verlockend.

Ich war frustriert von all dem und habe, je näher die Weihnachtszeit kam, immer mehr nachgelassen. Ich habe mir vieles gegönnt, mich wieder an Fett gewöhnt und hab mich ca. einen, vielleicht 1,5 Monate gehen lassen. Damit soll jetzt wieder Schluss sein. Let's start low carb.

Wie gerufen bekam ich zu Weihnachten mein erstes Low Carb Kuchbuch geschenkt. So gänzlich unbekannt ist mir das alles nicht, ich habe mit 12/13 Jahren schon einmal die "Atkins" Diät gemacht und damit auch einen gewissen Erfolg gehabt. Aber nach mehr als 10 Jahren weiß ich davon nicht mehr wirklich viel. Soweit ich mich erinnern kann, war Low Carb damals auch noch nicht so groß wie heutzutage.

Aber wie schon in anderen Beiträgen und auf Twitter gesagt, mich überfordert das alles ein Bisschen. Ich glaube, ich setze mich auch selbst zu sehr unter Druck. Letztens sagte jemand, der schon mehrere Jahre Low Carb macht, zu mir: Low Carb ist nicht No Carb. Das schwirrt mir seitdem immer wieder durch den Kopf. Schon bevor die Umstellung überhaupt angefangen hat bekomme ich quasi ein wenig Panik. Kohlehydrate, überall Kohlehydrate, bloß keine Kohlehydrate!! Und wie schon zuvor bei Low Fat werden im Supermarkt wieder fleißig Verpackungen gedreht. Uff.

Mein größtes Problem - nach wie vor - Getränke. Was zur Hölle soll ich trinken?
Das mit dem Wasser und mir wird nichts. Was Tee angeht bin ich unheimlich wählerisch und Tee ohne Zucker? Ohne mich. Dieses pelzige Gefühl im Mund.. damit komm ich nicht zurecht. Ich werde in den nächsten Tagen einige Teesorten mit Xucker Light probieren, aber auch hier ist mir das Gefühl im Mund zu wider. Wieder anfangen mir Fruchtsäfte mit Wasser zu mischen? Eine Option, aber auch Fruchtsäfte scheinen viele Kohlehydrate zu haben. Was bleibt? Light Getränke. Die haben keine Kohlehydrate. Aber eigentlich will ich das nicht. Ich war so froh, als ich mir den Süßstoff abgewöhnt hatte und eben durch diese Abgewöhnung schmecken Light Getränke einfach nur noch widerlich. Das Gleiche wäre bei Tee mit Süßstoff. Heute könnte ich mir also in den Allerwertesten beißen, weil ich mir das abgewöhnt habe.

Whatever, ich versuche mir erstmal selbst den Druck zu nehmen. Ich muss ja keinen klaren Schnitt von heute auf morgen machen. Ich werde diese Woche mehr auf Kohlehydrate achten und werde so offensichtliche Sachen wie Beilagen, Brötchen und andere Teigwaren einfach weglassen.

Und wie es zu einem richtigen "Start" gehört sollte ich mich morgen nach Ewigkeiten auch mal wieder auf eine Waage stellen.. Mir geht jetzt schon die Düse.

.

.

.